SCHRITT 2: Werde Teil einer heilenden Gemeinschaft

24.01.12 // 15.32 Uhr

Hier war SCHRITT 1.

Durch nachhaltige Veränderungen zu gehen ist schon an sich kein Honigschlecken, schwieriger wird es noch, wenn wir es ALLEINE tun. Gerade deshalb gibt es Gemeinde.

  1. Suche eine Gemeinschaft, in der CONNECTING gelebt wird. Bei uns heißen diese Gemeinschaften Hauskirchen (= eine Gruppe von 5-12 Personen, die christliche Gemeinschaft und Jesusnachfolge leben). In seinem Buch „CONNECTING. Das Heilungspotential der Gemeinschaft“ definiert und beschreibt Lawrence J. Crabb, was mit diesem Phänomen gemeint ist. CONNECTING ist die Art von Beziehung und Gemeinschaft, die zugelassen und gelebt wird, in der ehrliches Vertrauen und Offenheit praktiziert wird. Das ist lange nicht in allen Gemeinden erwünscht. Meistens geben wir uns mit einer oberflächlichen Frömmigkeit zufrieden, bei der ein zu nichts verpflichtender Gottesdienstbesuch, ein freundliches „Hallo“ oder ein „Alles-In-Ordnung-Lächeln“ als völlig ausreichend gilt. Crabb beschreibt die Art und Weise, wie wir mit Problemen umgehen folgendermaßen: „Im Umgang mit seelisch Angeschlagenen haben wir drei Strategien: Zurückweisen, Zurechtweisen oder Weiterverweisen. Wie die Israeliten ihren Leprakranken aus dem Weg gingen, so wollen wir zu den seelisch Bedrängten eine Art Sicherheitsabstand wahren. Oft tun wir das, indem wir fromme Sätze hersagen, die uns selbst zwar ziemlich kalt lassen, dem anderen aber angeblich auf wundersame Weise helfen sollen. «Gott ist auch in den dunkelsten Stunden unseres Lebens da», oder: «In welche Gemeinde gehst du in der letzten Zeit?», oder: «Du hast doch gar keinen Grund, dich so zu fühlen. Du bist viel zu streng mit dir selbst. Dabei geht es dir doch so gut.» Im Grunde entlasten wir uns damit nur selbst. Wir gehen weiteren Auseinandersetzungen mit den «kranken» Menschen aus dem Weg, weisen sie zurück und können wieder ungestört mit froheren Menschen zusammen sein. Oder wir versuchen den anderen zu einem frommeren Le­ben zu ermahnen. Zurechtweisung und Rüge sind eine verhältnismäßig einfache Methode, von Gott zu reden, ohne sich selbst engagieren zu müssen. Das ist Sinai ohne Bethlehem; Gesetz ohne Inkarnation; nur Mose und nie Christus. Wohl am häufigsten jedoch verweisen wir solche Menschen an andere weiter: «Ich frage mich, ob du nicht mit jemandem darüber reden solltest. Hast du schon einmal daran gedacht, zu einem Seelsorger zu gehen?»“
  2. weiter...