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Keine Treffer

EHE es zu spät ist...

09.09.10 // 18.57 Uhr
Wir brauchen in unseren Kirchen und Gemeinden eine neue Kultur der Gnade.

Warum Gnade? Ist denn die Gemeinde nicht der Ort, wo Gnade gelehrt und gelebt wird? Leider ist das nicht immer gegeben! Viele leben jahrelang in unseren Gemeinden mit Schuld, Angst und Scham, gerade was die christlichen Ehen betrifft. Die umgebende "christliche Kultur" verlangt und gebietet uns  eine "glückliche, erfüllte und gottesfürchtige Ehe". Die Diskrepanz zwischen dem realen IST-Zustand und dem geforderten SOLL-Zustand lässt uns dann eine unterhaltsame Maskerade veranstalten: In der Gemeinde Hui und zu Hause Pfui! Das Spiel üben wir so lange und bis zur Perfektion, dass es uns irgendwann noch nicht einmal auffällt... Aber eines Tages, weil die einzelnen Risse in der Konstruktion ignoriert, übersehen, verdrängt, verharmlost werden, bricht der Damm. Ein Dammbruch hat immer dramatische Folgen. Hätte man doch..., früher, eher, Dinge gesehen, gehört, gefühlt. Aber wollten wir es denn? Wo Gnade abwesend ist und man nur noch für die Erwartungen Anderer lebt, halten uns Angst und Scham gefangen im Theater unseres Lebens.

Wo ist der Ort, an dem wir unsere Masken ablegen können? Die Gemeinde? Auf diese Idee kommen die wenigsten, weil sie wissen, was ihnen in dem Fall blüht: Schelte, Scham, neue Schuldgefühle, halb- oder hartherzige Zurechtweisungen, wenig einfühlsame Aufforderungen, sich doch zusammenzuraufen..., Gemeindezucht, usw.

Daher brauchen wir mehr echte Gnade! Gnade sieht nicht einfach über Dinge und Sünden hinweg, beschönigt nicht, verharmlost nicht, verdrängt nicht. Jesus, bringt uns Gnade und Wahrheit! Und diese Gnade umarmt, erbarmt sich, stellt sich für den Anderen in den Riss, Gnade steht unter dem Kreuz, Gnade trägt die unerträgliche Diskrepanz zwischen SOLL und IST, Gnade liebt Dein wahres Gesicht..., das hinter dem Lächeln, das hinter einer glücklichen, sorglosen Fassade.